Fachverband Gas Wärme: Wir stärken Transparenz bei Fernwärme weiter Wien, am 6. Oktober 2026. – Nach einer zweijährigen Untersuchung der österreichischen Fernwärmebranche durch die Bundeswettbewerbsbehörde, gibt diese Empfehlungen, wie etwa mehr Transparenz bei Preisen. Die Fernwärmebranche sieht die Weiterentwicklung ihrer rechtlichen Rahmenbedingungen als Chance.   Die österreichische Fernwärmebranche steht für Versorgungssicherheit, Transparenz und Kund*innenzufriedenheit. Transparente und nachvollziehbare Regelungen sind dafür die zentrale Voraussetzung. Deswegen begrüßt der Fachverband Gas Wärme (FGW) die Empfehlungen der Bundeswettbewerbsbehörde. Die BWB kommt zum Schluss, dass die Fernwärmepreise auf Basis der tatsächlichen Kosten festgelegt und Unterschiede in den jeweiligen Versorgungsstrukturen berücksichtigt werden. Die Preisanpassungen der letzten Jahre waren somit nachvollziehbar. Auch wurden von der Behörde keinerlei Wettbewerbsverstöße festgestellt. Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme (FGW): „Für uns als Branche steht im Mittelpunkt, dass Fernwärme unsere Kundinnen und Kunden sicher und komfortabel versorgt. Dabei müssen die Regelungen und die Preise verständlich, transparent und nachvollziehbar sein. Deswegen haben wir bereits im Jahr 2023 den Fernwärme-Kodex aufgelegt, mit dem sich unsere Mitgliedsunternehmen zu höchsten Standards verpflichten. Die Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen ist eine Chance, um hier für klare Verantwortlichkeiten, klare Regeln und mehr Transparenz zu sorgen. Als Fachverband bieten wir dabei unsere Expertise an und würden uns darüber freuen, frühzeitig unsere Vorschläge einbringen zu können.“   Anregungen im Detail So regt die Bundeswettbewerbsbehörde etwa an, dass die bestehende Fernwärme-Transparenzdatenbank auf neue Beine gestellt wird. Der FGW begrüßt diesen Vorschlag, zumal die derzeitige Datenbank die Komplexität des Fernwärmemarktes nicht korrekt abbildet und zudem hinsichtlich der teilnehmenden Unternehmen nicht die gesamte Branche abbildet. Andererseits wird betont, dass ein Preisvergleich zwischen Fernwärmeanbietern wegen der sehr unterschiedlichen lokalen Faktoren immer Gefahr läuft, verschiedene Erzeugungsarten miteinander zu vergleichen. Denn der Wärmeerzeugungsmix ist bei jedem Fernwärmeunternehmen in Österreich anders und daher auch die Kostenstrukturen. Zudem beziehen nicht alle Endkunden ihre Fernwärme direkt vom Fernwärmeproduzenten, sondern häufig über zwischengeschaltete Unternehmen. Ziel des Fachverbands ist es auch, mehr Preistransparenz für Kundinnen und Kunden zu schaffen. Weiters regt die Behörde den Aufbau einer bundesweiten Schlichtungsstelle für Fernwärme mit verpflichtender Mediationsrolle an. Auch das wird vom Fachverband begrüßt, und er regt an, die Kompetenzen bewährter bestehender Schlichtungsstellen zu übertragen und österreichweit verfügbar zu machen. Und auch den Wunsch der BWB, das Heiz- und Kältekostenabrechnungsgesetz (HeizKG) zu vereinfachen, begrüßt die Branche. Das HeizKG soll entsprechend kundenfreundlich modernisiert werden und auch an den EU-Rechtsrahmen angepasst werden. Das ist eine langjährige Forderung des Fachverbands, um die Rechte der Fernwärmekundinnen und -kunden zu stärken. Insgesamt will die Fernwärmebranche dazu beitragen, die zersplitterte Rechtslage zusammenzuführen und einen einheitlichen rechtlichen Rahmen zu schaffen. Dazu bekennen sich die wichtigsten Marktteilnehmer bereits dadurch, dass sie den FGW Fernwärmekodex unterzeichnet haben. Bereits drei Viertel aller Fernwärme-Haushalte Österreichs profitieren von der Kodifikation ihrer Rechte und dadurch erhöhter Transparenz.   Vielfältige Arten der Fernwärme Fernwärme ist, wie bereits erwähnt, hinsichtlich der Gewinnung der Wärme sehr vielseitig, was die BWB in ihrer Untersuchung entsprechend würdigt. Laut Statistik Austria liegt der Anteil erneuerbarer Energie an der Fernwärme aktuell bei rund 56 Prozent. Rund ein Drittel der Wärme wird noch mit Gas gewonnen. Regional gibt es jedoch große Unterschiede im Energiemix. In den Bundesländern Niederösterreich, Vorarlberg, Tirol und Burgenland liegt der Biomasseanteil bei mehr als 80 Prozent. Andere Bundesländer weisen einen niedrigeren Anteil an Biomasse auf, hinzu kommt Energie aus der Müllverbrennung, aus Großwärmepumpen, Tiefengeothermie oder aus industrieller Abwärme. Diese Vielfalt an möglichen Quellen der Fernwärme, die immer lokale Gegebenheiten nutzt, unterstreicht auch die strukturellen Unterschiede der einzelnen Anbieter. Über Fernwärme Fernwärme ist die wohl bequemste Art zu heizen. Sie ist sicher und erprobt in der Anwendung, der Versorgung und vergleichsweise günstig. Die behagliche Fernwärme gelangt über das Fernwärmeleitungsnetz in die Wohnungen. Das Gute an Fernwärme: Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern wie Biomasse, an Abfällen und an dem hochwertigen Energieträger Erdgas hat zur Produktion von Fernwärme in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Rückfragehinweis FGW – Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen Mag. Katalin-Andrea Griessmair-Farkas Stellvertretende Geschäftsführerin griessmair@fgw.at Tel.: +43 (1) 513 15 88-31