12.02.2026
Im Jahr 2025 wurden in Österreich 7.392 Firmeninsolvenzen verzeichnet. Das entspricht einem Anstieg von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 6.813 Insolvenzen). Betrachtet man einen längeren Zeitraum, zeigt sich ein deutlicher Trend: Seit 2021 haben sich die Firmeninsolvenzen um rund 144 Prozent erhöht. Damals waren lediglich 3.030 Unternehmen betroffen. Besonders auffällig ist der Januar 2025, der mit 760 Firmenpleiten den insolvenzstärksten Monat der vergangenen 60 Monate darstellt. Diese Zahlen basieren auf der Analyse „Firmeninsolvenzen 2025“ des Informationsdienstleisters CRIF.
Wien, 12. Februar 2026 – Im Jahr 2025 wurden in Österreich 7.392 Firmeninsolvenzen verzeichnet. Das entspricht einem Anstieg von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 6.813 Insolvenzen). Betrachtet man einen längeren Zeitraum, zeigt sich ein deutlicher Trend: Seit 2021 haben sich die Firmeninsolvenzen um rund 144 Prozent erhöht. Damals waren lediglich 3.030 Unternehmen betroffen. Besonders auffällig ist der Januar 2025, der mit 760 Firmenpleiten den insolvenzstärksten Monat der vergangenen 60 Monate darstellt. Diese Zahlen basieren auf der Analyse „Firmeninsolvenzen 2025“ des Informationsdienstleisters CRIF.
Wirtschaft stand 2025 weiterhin unter Druck
Im Jahresrückblick zeigt sich, dass die Unternehmenslandschaft in Österreich auch 2025 vor erheblichen Herausforderungen stand. Die Wirtschaft blieb im Krisenmodus, die ohnehin schwache Leistung ging weiter zurück. Hohe Energie- und Lohnkosten, geopolitische Unsicherheiten und die Rezession belasteten die Betriebe spürbar. Auch der Rückgang der Industrieproduktion im Euro-Raum wirkte sich negativ aus. Angesichts der Entwicklungen der letzten zwei Jahre fällt es zunehmend schwer, noch von einer ausbleibenden Insolvenzwelle zu sprechen. „Die Unternehmen in Österreich standen 2025 weiterhin unter massivem Druck. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht entspannt, und viele Betriebe konnten den Belastungen nicht mehr standhalten“, erklärt Anca Eisner‑Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich.
Vorsichtiger Aufschwung trifft auf anhaltend hohe Unternehmensrisiken
Österreichs Wirtschaft hat sich aktuell nach zwei schwierigen Jahren wieder auf einen vorsichtigen Erholungskurs begeben. Anders als in früheren Aufschwungphasen wird die positive Entwicklung diesmal nicht von den Exporten getragen, sondern von einer stärkeren Nachfrage im Inland. Vor allem der öffentliche Konsum, aber auch eine leichte Belebung der privaten Ausgaben sorgen für eine leichte wirtschaftliche Erholung. Die Exporttätigkeit hingegen bleibt verhalten und bremst die aktuelle Entwicklung.
Für 2026 ist weiterhin keine echte Trendwende bei den Unternehmensinsolvenzen absehbar. Nach den deutlichen Anstiegen der vergangenen Jahre dürfte sich das Niveau eher stabilisieren. „Insgesamt wird von einer Stagnation ausgegangen. Eine nachhaltige Entspannung lässt sich derzeit jedoch nicht erkennen. Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, dass Insolvenzstatistiken vor allem die Vergangenheit abbilden und damit einen Blick in den Rückspiegel darstellen“ erklärt Eisner-Schwarz.
Höchste Werte in Wien – deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern
Im Jahr 2025 verzeichnete Wien mit 2.741 Firmeninsolvenzen erneut den höchsten Wert unter den Bundesländern, gefolgt von Niederösterreich (1.214), Oberösterreich (887), Steiermark (761), Tirol (519), Salzburg (471), Kärnten (451), Vorarlberg (191) und dem Burgenland (157).
Auch bei der Insolvenzdichte lag Wien mit 190 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze (Österreich-Schnitt: 123).
Die Entwicklung verlief regional unterschiedlich: Während das Burgenland als einziges Bundesland einen Rückgang von 20,3 % verzeichnete, stiegen die Zahlen in anderen Regionen leicht bis deutlich an. Wien (+1,3 %), Steiermark (+1,5 %) und Niederösterreich (+4,0 %) lagen im unteren Bereich. Deutlichere Zuwächse zeigten Vorarlberg (+14,4 %), Kärnten (+16,8 %)und Oberösterreich (+21,0 %). Die stärksten Anstiege gab es in Salzburg (+35,0 %) und Tirol (+44,6 %).
Handel und Gastronomie besonders betroffen
Im Jahr 2025 verzeichnete der Handel insgesamt 1.388 Firmeninsolvenzen, was einem Anstieg von 9,6 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Im Baugewerbe kam es zu einem leichten Rückgang auf 1.136 Insolvenzen, ein Minus von 2,7 Prozent. Das Gastgewerbe erreichte 2025 937 Insolvenzen und damit ein Plus von 13,3 Prozent. Im Bereich Logistik stiegen die Fälle auf 580, was einer Zunahme von 5,8 Prozent entspricht. Die Branche der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen kam 2025 auf 647 Insolvenzen und lag damit 5,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Über CRIF
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